Parkinson
Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, bei der vor allem dopaminbildende Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden. Typisch ist die sogenannte Parkinson-Trias aus Bewegungsarmut (Bradykinese bzw. Akinese), Muskelsteifigkeit (Rigor) und dem charakteristischen Ruhetremor. Im weiteren Verlauf können zusätzlich Gleichgewichtsstörungen, eine gebeugte Körperhaltung und Schwierigkeiten beim Gehen auftreten. (Mehr bei DocCheck)
Der Einfluss von Physiotherapie
Physiotherapie kann den Verlauf von Morbus Parkinson positiv beeinflussen. Sie heilt die Erkrankung zwar nicht, hilft aber, Beweglichkeit, Kraft, Gleichgewicht und Koordination möglichst lange zu erhalten. Dadurch werden Selbstständigkeit und der Umgang mit alltäglichen Einschränkungen gefördert.
Im Mittelpunkt stehen Übungen für Gangbild, Körperhaltung und Bewegungsamplitude sowie das Aufstehen, Drehen im Bett, Treppensteigen und sichere Gehen. Akustische oder optische Reize können helfen, Bewegungsblockaden und Gangunsicherheiten zu überwinden.
Regelmäßige Therapie beugt zudem Muskelverkürzungen, Schmerzen und Fehlhaltungen vor, schult Reaktionsfähigkeit und Gleichgewicht und senkt so das Sturzrisiko. Besonders sinnvoll ist ein früher, kontinuierlicher und individuell angepasster Beginn. Ein ganzheitlicher Ansatz berücksichtigt auch die Lebenssituation und persönlichen Ziele. Ein Übungsprogramm für zu Hause unterstützt die Behandlung und erhält Fortschritte langfristig.
Wann sollten Beschwerden (erneut) ärztlich abgeklärt werden?
Beschwerden im Zusammenhang mit Morbus Parkinson sollten immer dann ärztlich abgeklärt werden, wenn sie neu auftreten, sich deutlich verstärken oder den Alltag zunehmend beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise eine auffällige Zunahme von Bewegungsarmut, Zittern oder Muskelsteifigkeit, häufige Stürze, ausgeprägte Gleichgewichtsstörungen sowie Schwierigkeiten beim Gehen oder Aufstehen.
Auch Schluck- und Sprechstörungen, wiederholtes Verschlucken, ungewollter Gewichtsverlust, starke Schmerzen oder eine zunehmende Einschränkung der Selbstständigkeit sollten mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Gleiches gilt bei ausgeprägter Müdigkeit, Schlafproblemen, Schwindel, Verstopfung, Blasenbeschwerden oder psychischen Veränderungen wie Depressionen, Ängsten, Halluzinationen oder einer deutlichen Antriebsminderung.
Sinnvolle Behandlungen der Physiotherapie
Ein typischer Behandlungsablauf
In der ersten Behandlung werden zunächst der Befund erhoben und die individuellen Behandlungsziele festgelegt. Im Vordergrund steht in den ersten Therapieeinheiten die Linderung der akuten Beschwerden. Anschließend wird die Belastbarkeit schrittweise gesteigert, bis eine sichere Rückkehr zu den gewünschten Aktivitäten möglich ist. Regelmäßige Verlaufskontrollen helfen dabei, den Behandlungsplan an die aktuelle Entwicklung anzupassen.
3 Vorschläge zur Selbsthilfe
Patientenfragen transparent beantwortet
Wann Physiotherapie sinnvoll ist und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten erfahren Sie hier.
Weitere typische Beschwerden können sein:
– Gleichgewichts- und Gangstörungen
– kleinschrittiger Gang und vermindertes Mitschwingen der Arme
– gebeugte Körperhaltung
– Starthemmung und „Freezing“ beim Gehen
– leise, monotone Sprache
– eingeschränkte Mimik
– Schluck- und Sprechstörungen
– Riechstörungen
– Schlafstörungen und Müdigkeit
– Verstopfung und weitere vegetative Beschwerden
– depressive Verstimmungen oder Angstzustände
– Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Eine frühzeitige Abklärung ist sinnvoll, wenn Bewegungen zunehmend langsamer werden, die Muskulatur sich häufig steif anfühlt oder sich Gangbild und Gleichgewicht verändern. Krankengymnastik kann unabhängig vom Beschwerdebild dazu beitragen, Beweglichkeit, Kraft, Gleichgewicht und Sicherheit im Alltag zu erhalten.












